40. Kellersee-Star-Cup 2020 der SVMG unter Corona-Bedingungen

Seit 40 Jahren gibt es ihn, den „Kellersee-Star-Cup“, ausgesegelt auf dem schönen Kellersee-Revier in der holsteinischen Schweiz. Als Dauerwanderpokal dient der von Achim Griese im Jahr 1980 anlässlich der ersten Austragung gestiftete Pokal. Die Namen derer, die sich im Laufe der Zeit in die Siegerliste eingetragen haben, kann man durchaus als prominent bezeichnen. In den ersten beiden Jahren hat sich der Stifter erst mal selbst eingetragen, um dann in den folgenden Jahren mit Uwe von Below, Alexander Hagen, Robert Stanjek und viele andere Spitzensegler ihre Namen in die Siegerliste eintrugen. Das einzige Team, welches diesen Pokal bisher dreimal gewinnen konnte ist Heiko Winkler/Uwe Thielemann aus Schwerin.

Gute Starterfelder wies diese Regatta in den vergangenen Jahren immer wieder auf, auch international. Hier waren vor allen Dingen die Segelkameraden aus Dänemark, aber auch aus Russland und Polen am Start. Insbesondere die dänischen Segler mischten meist in der Spitze mit und stellten mit Johnny Jensen, Flemming Sörensen und neu mit Jörgen Schönherr das Siegerteam. Das Jubiläumsjahr 2020 war natürlich von der Corona-Problematik beeinträchtigt. Der ursprüngliche Termin 25./26.4.2020 musste deswegen gecancelt werden, wobei der veranstaltende Verein, die Seglervereinigung Malente-Gremsmühlen (SVMG), auf bessere Zeiten hoffend, sofort einen Ersatztermin, nämlich den 18./19.7.2020 in den Terminkalender der Starbootklasse eintragen ließ. Leider entwickelte sich das Corona-Geschehen nicht so günstig, wie erwartet, sodass sich die Verantwortlichen vier Wochen vor dem geplanten Termin zur Absageentschlossen hatten. Da bis Dato im gesamten Norddeutschen Raum noch keine Starbootregatta stattgefunden hatte, war die Erwartung der Segler auf eine Regatta in Malente sehr groß. Der District Sekretär der 13. Districts, Helge Spehr, setzte sich beim Veranstalter sehr stark dafür ein, diese Traditionsregatta auf jeden Fall stattfinden zu lassen.

Der Vorstand entwickelte daraufhin unter Berücksichtigung der geltenden Landesverordnung des Landes Schleswig-Holstein einen Rahmenplan, unter dem eine reine Segelsportveranstaltung ohne die sonst üblichen Annehmlichkeiten, wie Stegbier, gemeinsames Abendessen und Freibier stattfinden konnte. Das Clubhaus musste geschlossen bleiben, ebenso die Duschen. Lediglich die Toiletten sollten geöffnet sein. Das sonst übliche Campen auf dem Vereinsgelände war ebenfalls nicht möglich. Sowohl die Abstandsregeln als auch das von der SVMG aufgestellte Hygienekonzept waren zu beachten. Diese Bedingungen waren Bestandteil der Ausschreibung und mussten so von den Teilnehmern akzeptiert werden.

Trotz dieser erschwerten Rahmenbedingungen lagen am Meldeschluss 21 Meldungen (vier dänische, ein polnisches und 16 deutsche Teams) vor. Bereits am Freitag waren mehr als die Hälfte der teilnehmenden Mannschaften vor Ort. Der Wettergott meinte es aber mit dem Veranstalter und den Seglern erst mal nicht so gut. Am ersten Regattatag herrschte zwar wunderbares Sommerwetter, allerdings ohne den notwendigen Wind. Die Teilnehmer ertrugen das mit großer Geduld, wenn auch recht bald klar war, dass am ersten Tag wohl nicht gesegelt werden könnte. Und so kam es auch. Der Wettfahrtleiter Mandus Freese vertagte die erste Wettfahrt auf den folgenden Tag. Innerhalb kürzester Zeit war das Vereinsgelände, wie in der Ausschreibung vorgesehen, geräumt.

Am Sonntagmorgen kamen die Regattateilnehmer erwartungsfroh zu ihren Booten und sie sollten nicht enttäuscht werden. Nach einer kurzen Startverschiebung setzte sich der Wind durch und die erste Wettfahrt konnte gestartet werden. Diese endete gleich mit einem Paukenschlag, denn nicht die etablierten Teams fuhren an die Spitze des Feldes, sondern das Nachwuchsteam Jan Borbet(24) aus Essen mit Vorschoter Jesper Spehr (25) SVMG fuhr von Beginn an vorneweg und hielt diese Position bis ins Ziel. Zweiter wurden in diesem Lauf Stefan Lehnert/Dietmar Hobbie aus Bremen, gefolgt von Phillip Kasüske (VSaW), der in Malente seinen Einstand in der Starbootklasse gab. An der Vorschot saß hier Michael Schulz aus Greifswald. Der Favorit für eine erfolgreiche Titelverteidigung Jörgen Schönherr aus Koege/Dänemark, der sich mit Markus Koy verstärkt hatte landete hier lediglich auf einem 5. Platz.

Unter diesen Vorzeichen versprach der weitere Verlauf dieser Regatta spannenden Segelsport, zumal die Windverhältnisse sich immer mehr verbesserten.

Der zweite Lauf führte zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen dem Favoriten und der Nachwuchscrew. Auf den Kreuzstrecken und den Vorwindbahnen ließen sich diese beiden Teams nicht aus den Augen und fuhren so vorwinds dem Ziel entgegen. Hier setzten sich dann Schönherr/Koy dank der größeren Erfahrung mit einer Bugspitze auf der Ziellinie durch. Trotzdem ein toller Erfolg für Jan Borbet/Jesper Spehr.

Auch die beiden weiteren Läufe boten guten, spannenden Segelsport und am Ende einen verdienten Sieger mit Jörgen Schönherr/Markus Koy, wenn auch bei Punktgleichheit mit Jan Borbet/Jesper Spehr, die im letzten Lauf dem Favoriten den Vortritt lassen mussten. Dritter wurden Ulrich Vater/Karsten Morf, die nach mehr als einjähriger Pause wieder ins Regattageschehen eingreifen konnten. Vierter wurden die Abonnementsieger aus Schwerin Heiko Winkler/Uwe Thielemann, die mit drei Gesamtsiegen in der Siegerliste verzeichnet sind. Das Gesamtergebnis steht in „raceoffice.org“.

Insgesamt kann festgestellt werden, dass eine Regatta unter diesen erschwerten Bedingungen durchaus möglich ist, wenn sich alle Teilnehmer an die vorgegebenen Rahmenbedingungen halten. Für diese Veranstaltung konnte sich die veranstaltende Seglervereinigung Malente-Gremsmühlen nur lobend über die Disziplin aller Teilnehmer aussprechen. Bei der Siegerehrung waren nur freudige Gesichter zu sehen, denn nun war endlich, nach langem Warten, die erste Regatta der Saison über die Bühne gegangen.

Jörgen Schönherr/Markus Koy

Siegerehrung v.l.n.r.: Karsten Morf, Ulrich Vater, Markus Koy, Jörgen Schönherr, Jan Borbet, Jesper Spehr, Henning Dieckmann

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